Alte Poststraße

Bei Burghausen wird derzeit gebaut, wir bekommen an der Einmündung „Wegscheid“ (da, wo es links nach Altötting und rechts/geradeaus nach Marktl geht) einen Kreisverkehr mit Overfly. Bis heute war deshalb die einzige Straße zwischen Burghausen und Marktl gesperrt, die Umleitung für eine ca. 7 km lange Strecke war 23 km lang. Die einzige Straße? Nein. Ein unbeugsames Häufchen Ortskundiger erinnerte sich an diese Straße:

Auch oder gerade weil das Bild total verwackelt ist, paßt es wohl ganz gut zum Thema: Es handelt sich hierbei um eine fünf Kilometer lange  Kiesstraße durch den Wald. Die erreichbare Geschwindigkeit und der Komfort lassen zu wünschen übrig, aber die Strecke: Die Umleitung verkürzt sich auf 12 Kilometer, das ist weniger als eine Verdoppelung.

Die beiden Autos im Bild zeigen: Die Straße wurde rege benutzt, auch Gegenverkehr war (mehr als) ausreichend erhältlich. Das Wetter erkennt man nicht, es war zumindest auf der Fahrbahn sehr feucht, das Auto wechselte infolgedessen die Farbe 😉

Bei der Strecke handelt es sich tatsächlich um eine öffentliche Straße für Fahrzeuge bis zu 1,5 Tonnen, wie auch durch die dichte Beschilderung auf der ganzen Strecke deutlich wird: Das Tempolimit (40) wird immer wieder wiederholt, jeder abzweigende Forstweg ist mit der bekannten rotberandeten weißen Scheibe verziert, ausgestattet mit dem einen oder anderen Zusatzschild. Dennoch ist die Straße für den dichten Verkehr nicht direkt ausgelegt. Immerhin handelt es sich je nach Wetter um einen beliebten Weg für Fußgänger und Radfahrer, die sich auf dieser Strecke vor dem Straßenverkehr unserer Fernstraßen sicher wähnen. Jeder möge sich somit sein eigenes Urteil bilden, ob es angebracht erscheint, diese Straße als „Schleichweg“ um die Sperre herum zu nutzen.

Für die Kilometerangaben bedanke ich mich bei http://www.openrouteservice.org/ und http://www.openstreetmap.org, genauer, bei all den Freiwilligen, die die Daten und die Software allen im Internet zur Verfügung stellen.

Eine Begebenheit unter katholisch engagierten

In einer Dorfwirtschaft wurde ich Ohrenzeuge, als einige in der örtlichen katholischen Gemeide engagierte Themen diskutierten wie die Einteilung zur Lesung und ähnliches. Speziell ging es darum, wann der Lesende wo eine Kniebeuge zu machen hätte. Überhaupt fand es einer sehr bedenklich, daß der örtliche Pfarrer hierzu keine besonderen Vorgaben macht. Eben jener bekräftigte seine Position in der Frage schließlich mit dieser Aussage: „Des wichtigste am katholischen Glauben ist die Ordnung“ und einen Seitenhieb auf den Durcheinander, der in solchen Dingen angeblich bei den „Evangelischen“ herrsche.

Lange hielt ich diese Aussage ausschließlich für das Anzeichen einer sehr auf seine Glaubensgemeinschaft beschränkte Weltsicht des Sprechers.

Nicht in seiner Absicht liegt und lag aber meine spätere Erkenntnis. Die Aussage ist sehr entlarvend über die katholische Religionsgemeinschaft an sich. Zu was dient denn die „Ordnung“ in einer Religionsgemeinschaft? Die dient doch letztlich nur dazu, daß sich ihre Angehörigen einig bleiben und weiterhin schön brav „Ordnung“ halten, das heißt, schön auf ihre Hirten und Oberhirten hören, kurz: der Sicherung der Macht der Hierarchie.

Der Satz macht aber keine Aussage über die Ordnung, sondern über das wichtigste, den Kern des katholischen Glaubens. Die Aussage läßt sich damit so übersetzen: Das Wesen des katholischen Glaubens ist die Aufrechterhaltung der Ordnung mit der Folge, daß die Hierarchie, die Funktionäre, die Fäden in den Händen behalten. Alles andere, das Seelenheil, die Verehrung des himmlischen „Chefs“, die Gebote, oder gar die Nächstenliebe, das sind alles Nebensächlichkeiten.

Bahnausbau Mühldorf-Burghausen

In Burghausen und Umgebung werden zur Zeit Kombinationssignale aufgestellt, diese sind mir in Burghausen selbst, am Bahnübergang in Burghausen-Lindach und in Burgkirchen-Pirach aufgefallen. Offensichtlich liegt das daran:

http://bauarbeiten.bahn.de/docs/2010/bayern/infos/940_942_944_945_946_bis07112010.pdf

Die Bahn baut in Burghausen ein elektronisches Stellwerk (ESTW), und offensichtlich, so viel kann ich nur vermuten, wird der ehemalige Bahnhof Pirach von dort aus mitbetrieben. Der ehemalige Bahnhof Pirach hat zwei Gleise auf der ansonsten eingleisigen und nicht elektrifizierten Strecke und erlaubt damit Zugkreuzungen und -überholungen, wenn letzteres auch vermutlich äußerst selten vorkommt.

In Burghausen besteht derzeit bereits ein „elektrisches“ Stellwerk, vermutlich ein Relaisstellwerk. In Pirach besteht dagegen ein mechanisches Stellwerk mit den guten alten Stellhebelbänken, möglicherweise sogar ein Kurbelwerk aus den Zeiten der k. bay. Sts. B., dann läge das Alter wohl bei über 100 Jahren. Zumindest hier werden Museumsstücke durch zeitgemäße Technik ersetzt, und das sicher zugige und im Winter schlecht beheizte Stellwerk in Pirach fällt weg, je nach Plan der Bahn aber auch die eine oder andere Planstelle für die Stellwerkswärter bzw. Fahrdienstleiter, die dort gebraucht wurden.

Es ist zu hoffen, dass über die reine Rationalisierung hinaus auch noch ein messbarer Effekt für die Strecke eintritt, denn diese muss einen ganz erheblichen Güterverkehr bewältigen, die Zufuhr von Rohstoffen und die Auslieferungen von Produkten der in Burghausen ansässigen Industrie. Die Entlastung, die das für unsere Straßen bedeutet, ist nicht hoch genug einzuschätzen. Führe dieser Güterverkehr auch noch über unsere Straßen, bedeutete das noch mehr LKWs, die uns in den Orten buchstäblich vor der Nase und den Füßen vorbeifahren. Die Fernstraßen führen oft genug direkt durch die Ortschaften, als Beispiel nenne ich hier nur die Bundesstraße B20.

Überaus wünschenswert wäre darüberhinaus eine Ausweitung des Personenzugverkehrs, vor allem in die späten Abendstunden. Der letzte Zug kommt in Burghausen bereits um 22.26 Uhr an, das bedeutet: Lezte Abfahrt in München Hbf um 20.08 Uhr. Das reicht für die bedeutende Gruppe der Bahnpendler auch dann, wenn man zentrumsnah noch was einkauft, aber bei weiteren Fahrten oder späteren Flügen kann das schon knapp werden. Abendaktivitäten in München sind mit der Bahn aber nicht drin. Das bedeutet, wenn man sie trotzdem wahrnehmen und eine Übernachtung in München vermeiden möchte, unangenehme und, bei stärker fortgeschrittener Müdigkeit, gefährliche Nacht-Autofahrten beispielsweise ab Mühldorf. Alles schon gemacht.

Fazit: Jede Maßnahme, die die Bahn in unserer Region leistungsfähiger und robuster macht, ist willkommen. Angesichts der Herausforderungen, die an derart stark befahrene Strecken wie München-Mühldorf-Burghausen gestellt werden, ist dieses ESTW höchstens der Tropfen auf den heißen Stein. Im Sinne unserer Region muß noch viel mehr kommen: Doppelgleisigkeit München-Mühldorf-Tüßling durchgehend, lange Begenungsabschnitte, zumindest mal einer, zwischen Tüßling und Burghausen, und Elektrifizierung!

Hello world!

Hallo alle! Ich habe nicht vor, die gesprochene Sprache, die der Titel nahelegt, auch zu schreiben. Dennoch wird es in  der „welcome“ ein paar Worte über den Titel geben. Ein Schiffmo, also ein Schiffmann, ist ein Binnenschiffer vergangener Tage auf den südbairischen Flüssen, jemand, der in vergangenen Jahrhunderten auf Inn, Salzach, Donau und anderen Flüssen des Flußsystems viel herumkam, Salz aus den Alpen (Hallein, Hall in Tirol, Reichenhall) flußab- und Handelswaren flußaufwärts transportierte. Das hat im Spätmittelalter die Städte der Gegend reich gemacht, und bis zum Bau der Eisenbahnen, die den Untergang der Inn- und Salzachschifffahrt bedeutete, den Schiffleuten ihr Einkommen ermöglicht.

Die Innschifffahrt gibts nur noch, um die Staubereiche der Flußkraftwerke vom Kies zu befreien, oder in Form von Freizeit-Wassersportlern. Dann gibts noch Plätten- und Floßfahrten mit Jazz- oder Blasmusik als Feiertagsvergnügen. Natürlich gibts auch noch die Wasserwachten, verglichen mit Donau oder Rhein heutzutage ist das allerdings „Kleingeriebenes“. Den Schiffmo, wie er die Gegend mit prägte, gibt es nicht mehr, er ist nur noch lebendig bei den Menschen der Gegend, soweit sie sich für diesen Aspekt unserer Geschichte interessieren.