Bahnausbau Mühldorf-Burghausen

In Burghausen und Umgebung werden zur Zeit Kombinationssignale aufgestellt, diese sind mir in Burghausen selbst, am Bahnübergang in Burghausen-Lindach und in Burgkirchen-Pirach aufgefallen. Offensichtlich liegt das daran:

http://bauarbeiten.bahn.de/docs/2010/bayern/infos/940_942_944_945_946_bis07112010.pdf

Die Bahn baut in Burghausen ein elektronisches Stellwerk (ESTW), und offensichtlich, so viel kann ich nur vermuten, wird der ehemalige Bahnhof Pirach von dort aus mitbetrieben. Der ehemalige Bahnhof Pirach hat zwei Gleise auf der ansonsten eingleisigen und nicht elektrifizierten Strecke und erlaubt damit Zugkreuzungen und -überholungen, wenn letzteres auch vermutlich äußerst selten vorkommt.

In Burghausen besteht derzeit bereits ein „elektrisches“ Stellwerk, vermutlich ein Relaisstellwerk. In Pirach besteht dagegen ein mechanisches Stellwerk mit den guten alten Stellhebelbänken, möglicherweise sogar ein Kurbelwerk aus den Zeiten der k. bay. Sts. B., dann läge das Alter wohl bei über 100 Jahren. Zumindest hier werden Museumsstücke durch zeitgemäße Technik ersetzt, und das sicher zugige und im Winter schlecht beheizte Stellwerk in Pirach fällt weg, je nach Plan der Bahn aber auch die eine oder andere Planstelle für die Stellwerkswärter bzw. Fahrdienstleiter, die dort gebraucht wurden.

Es ist zu hoffen, dass über die reine Rationalisierung hinaus auch noch ein messbarer Effekt für die Strecke eintritt, denn diese muss einen ganz erheblichen Güterverkehr bewältigen, die Zufuhr von Rohstoffen und die Auslieferungen von Produkten der in Burghausen ansässigen Industrie. Die Entlastung, die das für unsere Straßen bedeutet, ist nicht hoch genug einzuschätzen. Führe dieser Güterverkehr auch noch über unsere Straßen, bedeutete das noch mehr LKWs, die uns in den Orten buchstäblich vor der Nase und den Füßen vorbeifahren. Die Fernstraßen führen oft genug direkt durch die Ortschaften, als Beispiel nenne ich hier nur die Bundesstraße B20.

Überaus wünschenswert wäre darüberhinaus eine Ausweitung des Personenzugverkehrs, vor allem in die späten Abendstunden. Der letzte Zug kommt in Burghausen bereits um 22.26 Uhr an, das bedeutet: Lezte Abfahrt in München Hbf um 20.08 Uhr. Das reicht für die bedeutende Gruppe der Bahnpendler auch dann, wenn man zentrumsnah noch was einkauft, aber bei weiteren Fahrten oder späteren Flügen kann das schon knapp werden. Abendaktivitäten in München sind mit der Bahn aber nicht drin. Das bedeutet, wenn man sie trotzdem wahrnehmen und eine Übernachtung in München vermeiden möchte, unangenehme und, bei stärker fortgeschrittener Müdigkeit, gefährliche Nacht-Autofahrten beispielsweise ab Mühldorf. Alles schon gemacht.

Fazit: Jede Maßnahme, die die Bahn in unserer Region leistungsfähiger und robuster macht, ist willkommen. Angesichts der Herausforderungen, die an derart stark befahrene Strecken wie München-Mühldorf-Burghausen gestellt werden, ist dieses ESTW höchstens der Tropfen auf den heißen Stein. Im Sinne unserer Region muß noch viel mehr kommen: Doppelgleisigkeit München-Mühldorf-Tüßling durchgehend, lange Begenungsabschnitte, zumindest mal einer, zwischen Tüßling und Burghausen, und Elektrifizierung!

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