Nebelschlussleuchte

Mich hat gerade auf der Autobahn ein Fahrzeug mit eingeschalteter Nebelschlussleuchte überholt. Die Sichtweite lag auf jeden Fall über 100 Metern, ich fuhr meinem Tacho nach 110. Der andere war auf jeden Fall deutlich schneller als ich.

Das mit dem Überholen macht mir nichts aus. Ich hielt die 110 für angemessen, und wenn jemand meint, es geht mehr, bitte, die linke Spur ist frei, eine oder mehrere mittlere war(en) nicht da 😉

Erinnert Ihr Euch an die gute alte Fahschulfrage, wann man denn die Nebelschlussleuchte einschalten dürfe? Bei meinem Beispiel ist nur eine Antwort richtig. Meine Möglichkeiten:

  • Immer dann, wenn es letzte Woche mal Nebel hatte,
  • bei Regen,
  • wenn das Radio gesagt hat, dass es nächste Woche mal irgendwo in Europa Nebel haben könnte,
  • wenn der Autofahrer Bock hat,
  • bei Nebel mit einer Sichtweite unter 50 Metern,
  • bei Schneefall.

Zu jeder gibt es Begründungen, nachdem es nicht schneite und nicht regnete, denke ich mal, einige der Kandidaten tendierten stark zur vierten Möglichkeit. Die ist aber falsch.

Hinweis: Wenn der hinter Euch mit der Lichthupe spielt und Ihr das erkennen könnt, beträgt die Sichtweite wahrscheinlich deutlich mehr als 50 Meter. Denn sobald der Nebel etwas dichter wird, und man immer noch 100 Meter oder mehr sieht, blendet man sich mit dem Fernlicht dermassen selbst, dass man nichts mehr sieht.

Richtig ist: bei Nebel mit einer Sichtweite von weniger als 50 Metern. Das ist in $17 StVO geregelt. Unabhängig davon gilt dann, lt. $3 StVO, eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h.

Aufgrund dessen bin ich dafür, Neufahrzeuge in Deutschland nur mehr zuzulassen, wenn sie zwei nicht abstellbare akustische Ansagen haben. Die erste sagt minütlich: Die Nebelschlussleuchte ist eingeschaltet, solange das tatsächlich der Fall ist. Die zweite Ansage ist verbunden mit einem dauernden, hässlichen Piep- oder Heulton. Der Text ist gleich, und sie kommt, wenn bei eingeschalteter Nebelschlussleuchte das Tempo über 50 km/h liegt.

Das wäre doch mal eine Initiative gewesen für den Herrn Ramsauer, bei dem, was der sonst noch verzapft und teilweise duchgesetzt hat, wäre das beinahe noch eins der positiveren Beispiele gewesen.

Wer Sarkasmus findet, darf ihn behalten.

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Kommentar: Wen will Bahr befragen? Organspende

Organspende ist ein aktuelles Thema, das unser Gesundheitsminister aufgegriffen hat. In der aktuellen Diskussion ist dabei zur Zeit viel von der Entscheidungslösung zu hören, diejenige, bei denen möglichst alle potentiellen Organspender gefragt werden sollen, ob sie nach ihrem Tod Organe spenden möchten oder nicht, und insbesondere die Möglichkeit haben sollen, sich nicht zu entscheiden. Zweifellos ist das eine gute Sache, die zusätzlich den Charme hat, die Menschen nicht zu einer Entscheidung zu drängen.
Organspender sind gesucht, da echte, lebende Menschen schwere gesundheitliche Probleme haben, die sich mit einer Organspende lindern ließen. Die potentielle Organspenderin (oder der Organspender) dagegen ist schon tot, es treten für ihn keine Folgen der Organentnahme mehr ein. Das einzige: Er hat hoffentlich Hinterbliebene, die eine Meinung zur Organentnahme haben könnten. Diese sollte er klären, wenn er sich zu einem Organspenderausweis entschließt.
Schwierig bleibt die Entscheidung, wer fragen soll und wann dies geschehen soll. Da tun sich einige Möglichkeiten auf. Diskutiert wurden die Einwohnermeldeämter. Da muss jeder hin, das ist schon mal ein Vorteil. Ein Nachteil ist, dass ein Einwohnermeldeamt denkbar wenig darauf vorbereitet ist, bei den Fragen zu beraten, die mit der Entscheidung zur Organspende verbunden sind, und auch nicht sinnvoll auf die philosophischen und medizinischen Fragen vorbereitet werden kann.
Eine andere Idee hatte da unser Bundesgesundheitsminister: Er möchte, dass die gesetzlichen Krankenkassen fragen. Die sind aber in ihrer Eigenschaft als Finanz- und Verwaltungsapparat genausowenig geeignet, zu medizinischen und philosophischen Fragen Rat zu geben. Sie haben aber noch eine Eigenschaft, die zu denken gibt: Sie sind ein Merkmal einer Zweiklassenmedizin in diesem Land. Jede und jeder, der sich nicht durch Überschreiten der Beitragsbemessungsgrenze freikaufen kann, ist Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse. Bahrs Vorschlag vertieft also noch den Graben der Zweiklassenmedizin, indem er der „Oberklasse“ die Möglichkeit gibt, sich von der Frage freizukaufen, indem sie sich einfach privat versichert oder ohnehin andere (den Staat) findet, die ihre gesundheitliche Versorgung zumindest teilweise finanzieren.
Ein solcher Vorschlag ist niederträchtig und wirkt in der aktuellen Situation so wie die letzte Rache einer röchelnden FDP an ihren Nichtwählern.
Übrigens: Es gibt Personen, die zumindest medizinisch in der Lage sind, alle Menschen nach ihrer Organspendenbereitschaft zu fragen. Man nennt sie Ärzte, und jeder geht zumindest irgendwann zu einem hin. Soweit möglich (weil Arzt und finanzielle Gesundheitsvorsorge vorhanden), sogar unterschiedslos, egal ob reich oder weniger reich (gesetzlich versichert) oder arm.

Hello world!

Hallo alle! Ich habe nicht vor, die gesprochene Sprache, die der Titel nahelegt, auch zu schreiben. Dennoch wird es in  der „welcome“ ein paar Worte über den Titel geben. Ein Schiffmo, also ein Schiffmann, ist ein Binnenschiffer vergangener Tage auf den südbairischen Flüssen, jemand, der in vergangenen Jahrhunderten auf Inn, Salzach, Donau und anderen Flüssen des Flußsystems viel herumkam, Salz aus den Alpen (Hallein, Hall in Tirol, Reichenhall) flußab- und Handelswaren flußaufwärts transportierte. Das hat im Spätmittelalter die Städte der Gegend reich gemacht, und bis zum Bau der Eisenbahnen, die den Untergang der Inn- und Salzachschifffahrt bedeutete, den Schiffleuten ihr Einkommen ermöglicht.

Die Innschifffahrt gibts nur noch, um die Staubereiche der Flußkraftwerke vom Kies zu befreien, oder in Form von Freizeit-Wassersportlern. Dann gibts noch Plätten- und Floßfahrten mit Jazz- oder Blasmusik als Feiertagsvergnügen. Natürlich gibts auch noch die Wasserwachten, verglichen mit Donau oder Rhein heutzutage ist das allerdings „Kleingeriebenes“. Den Schiffmo, wie er die Gegend mit prägte, gibt es nicht mehr, er ist nur noch lebendig bei den Menschen der Gegend, soweit sie sich für diesen Aspekt unserer Geschichte interessieren.