Burghausen-Marktl-Altötting: Knoten Wegscheid wächst

Beim Umbau des Knotens Wegscheid, dort, wo sich die Wege nach Marktl und Altötting scheiden, wurde eine neue Fahhradbrücke über den Alzkanal eingeplant. Vor einigen Wochen tauchten dort auf den vortrassierten Radwegen zum Alzkanal Baucontainer, Material und Gerät auf. Heute stellt sich die Stelle so dar:

Die Brücke ist in Bau, es fehlen noch der Fahrbahnbelag, die Geländer und die Auffahrten beiderseits. Ein sinnvoller Lückenschluß, der das Slalomfahren zwischen Wald, Bundesstraße und Industriegeländen deutlich vereinfacht und abkürzt. Ich freue mich schon auf die erste Überquerung.

Update: Eröffnung ESTW Burghausen

Der Herr Bundesverkehrsminister hat sich heute soeben die Ehre gegeben, mit einem schwarzen Pilzknopf das ESTW Burghausen in Betrieb zu nehmen.
Herr Ramsauer zur Inbetriebnahme
(Bild: cc-by-sa, Autor: schiffmo, Referenz durch URL oder Link hierher)
Dabei ist er auch ein wenig auf die weiteren Projekte rund um die ABS 38 (Magistrale für Europa, München-Freilassing über Mühldorf) eingegangen. Der Stand weicht nicht von meiner Kenntnis ab: Baurecht für den zweigleisigen Ausbau Altmühldorf-Tüßling wird für Anfang 2013 erwartet, her könnte neu sein: Für diesen Abschnitt sei die Finanzierung gesichert. Für die weiteren Abschnitte der ABS38, die da wären: Zweigleisige Begegnungsabschnitte zwischen München und Mühldorf (2 weitere) und Kirchweidach – Tittmoning-Wiesmühl, durchgehende Elektrifizierung der ganzen ABS 38 und durchgehendes Doppelgleis München-Mühldorf-Tüßling befinden sich in Vorplanung (Phase 1 und 2 sagte er, weiß jemand, was das für Phasen sind?)
Neben der Finanzierung Altmühldorf-Tüßling könnte neu sein, daß in den vier Jahren 2012-2015 je eine Milliarde für weitere Ausbaumaßnahmen zur Verfügung steht. Das wäre ein Schritt in die richtige Richtung, insbesondere, wenn damit die ABS 38 näher kommt. Herr Ramsauer, seien Sie sich sicher: In diesem Punkt sind viele Augen auf Sie und die Regierung gerichtet, die sehen möchten, dass das mehr ist als ein Redebeitrag bei einem Auftritt mit Blasmusik.
Herr Ramsauer sprach noch eine Reihe weitere Vorhaben bundesweit an, u.a. die Anbindung des geplanten Tiefseehafens an der Nordsee, die Rheinstrecke im Oberrheingraben und weitere. Nicht nur wir in unserer Region haben berechtigte Bedürfnisse, sondern andere in anderen Regionen auch. Nachdenklich macht mich da eher, wenn mancherorts sehr teure Maßnahmen ergriffen werden, die offensichtlich teilweise an den Bedürfnissen der Betroffenen vorbeigehen, wie beispielsweise in Stuttgart. Das Geld könnte für sinnvollere Maßnahmen eingesetzt werden, da bin ich mir sicher.

Update

Ramsauer sprach noch von weiteren Dingen: Beispielsweise davon, dass in Garching an der Alz eine weitere Strecke mit ihrem Verkehr von der ABS 38 abzweigt, hier allerdings kein Wort zu den Bestrebungen, genau dort evtl. den Personenverkehr einzustellen, siehe z.B.: http://www.zukunft-suedostbayern.info/2011/04/bahnlinie-muhldorf-traunstein-diskussionen-mit-visionen-leeren-kassen-und-handen/.

Bahnausbau Südostbayern

Die DB Regio AG, genauer der Kundendialog Regio Bayern (hießen früher RAN – Regionaler Ansprechpartner Nahverkehr) hat sich für mich an seine Kollegen der Infrastruktur gewendet. Vor einigen Tagen habe ich eine Email erhalten, in der er kurz den aktuellen Stand der Ausbaumaßnahmen Altmühldorf-Tüßling schildert und auf weitere Ausbaumaßnahmen eingeht. Im einzelnen:

Für den doppelgleisigen Ausbau des Abschnittes Altmühldorf-Mühldorf-Tüßling läuft ein Planfeststellungsverfahren, das in zwei Teilabschnitte eingeteilt ist: 1 – Altmühldorf-Mühldorf sowie 2 – Mühldorf-Tüßling. Da ein derartiges etwa 2-3 Jahre dauert, hofft die Bahn, in beiden Abschnitten ab 2013 bauen zu können. Der zweite Abschnitt ist der kompliziertere, so daß die Planfeststellung dort etwas länger dauern könnte, sie hoffen dennoch auf Bescheid noch 2013. Das ESTW in Tüßling ist Teil des Teilabschnittes 2 und soll gleichzeitig mit dem zweigleisigen Ausbau in Betrieb gehen. Sie schreiben noch davon, daß sowohl einzelne Teile des ESTW schon in der Bauphase in Betrieb gehen könnten sowie  Anpassungen an der mechanischen Stellwerkstechnik erfolgen könten. Das klingt für mich eher nach Maßnahmen, um besonderen Umständen der Baustelle Rechnung zu tragen. Der große Umbau soll scheinbar mit ESTW-Technik laufen, der Blockuntersatz der mechanischen Stellwerkstechnik soll vermutlich bis zum Ersatz unverändert bleiben.

Das werde (wohl nicht nur) ich vor allem in zwei Jahren aufmerksam verfolgen, denn es gilt: Die Worte klingen (ein wenig) Wohl in meinen Ohren, doch ich glaube es erst, wenn die Kombinationssignale leuchten und ich die Gleise in Betrieb sehe.

Dann jetzt zum ein klein wenig weniger wohl: Die Planungen an den anderen doppelgleisigen Abschnitten laufen, das kann nur das Flickwerk mit den drei Begegnungsabschnitten bedeuten, nicht den Komplettausbau bis Markt Schwaben bzw. zum ehemaligen Rangierbahnhof Laim. Zumindest gibt es da jemanden, der (mit der Planung) bereit sein will, wenn mal Geld da ist. Im Zuge der Bundesschienenwege-Bedarfsplanüberprüfung hat man offensichtlich erkannt, daß es zwischen Kirchweidach und Tittmoning-Wiesmühl einen zweigleisigen Abschnitt braucht. Es gibt Planungen diverser Brückenbauwerke, für die Elektrifizierung und für den genannten Abschnitt, diese sind in verschiedenen Stadien. Jetzt wirds noch weniger wohl, denn: Der Bund entscheidet hier über die Finanzierung und den Zeithorizont, die Bahn (das ist der Kundendialog Regio Bayern) kann hier keine Aussagen machen. Möglicherweise lassen uns Ramsauer und Kollegen hier nochmal ein paar Jahrzehnte am langen Arm verhungern, bis wir 10 Verkehrsminister weiter sind.

Der Kundendialog hat mir noch bestätigt, dass die Walpertskirchener Spange, also unsere Abkürzung durch den Biergarten zum Flughafen, vom Ausbau (München -) Walpertskirchen – Mühldorf abhängig ist. Auch hier scheints so zu sein, dass wir uns das noch lang anschauen müssen.

Ich hoffe weiterhin das beste und erwarte das schlimmste.

Staatsstraße Burghausen-Altötting ab 22.10. wieder offen

Eine gewöhnlich zuverlässige Quelle berichtet, dass die Staatsstraße von Burghausen-Altötting über Emmmerting ab dem 22. Oktober wieder eröffnet wird. Ursache für die Sperrung war der am Knoten Wegscheid in Bau befindliche Kreisverkehr mit Overfly.

Alte Poststraße

Bei Burghausen wird derzeit gebaut, wir bekommen an der Einmündung „Wegscheid“ (da, wo es links nach Altötting und rechts/geradeaus nach Marktl geht) einen Kreisverkehr mit Overfly. Bis heute war deshalb die einzige Straße zwischen Burghausen und Marktl gesperrt, die Umleitung für eine ca. 7 km lange Strecke war 23 km lang. Die einzige Straße? Nein. Ein unbeugsames Häufchen Ortskundiger erinnerte sich an diese Straße:

Auch oder gerade weil das Bild total verwackelt ist, paßt es wohl ganz gut zum Thema: Es handelt sich hierbei um eine fünf Kilometer lange  Kiesstraße durch den Wald. Die erreichbare Geschwindigkeit und der Komfort lassen zu wünschen übrig, aber die Strecke: Die Umleitung verkürzt sich auf 12 Kilometer, das ist weniger als eine Verdoppelung.

Die beiden Autos im Bild zeigen: Die Straße wurde rege benutzt, auch Gegenverkehr war (mehr als) ausreichend erhältlich. Das Wetter erkennt man nicht, es war zumindest auf der Fahrbahn sehr feucht, das Auto wechselte infolgedessen die Farbe 😉

Bei der Strecke handelt es sich tatsächlich um eine öffentliche Straße für Fahrzeuge bis zu 1,5 Tonnen, wie auch durch die dichte Beschilderung auf der ganzen Strecke deutlich wird: Das Tempolimit (40) wird immer wieder wiederholt, jeder abzweigende Forstweg ist mit der bekannten rotberandeten weißen Scheibe verziert, ausgestattet mit dem einen oder anderen Zusatzschild. Dennoch ist die Straße für den dichten Verkehr nicht direkt ausgelegt. Immerhin handelt es sich je nach Wetter um einen beliebten Weg für Fußgänger und Radfahrer, die sich auf dieser Strecke vor dem Straßenverkehr unserer Fernstraßen sicher wähnen. Jeder möge sich somit sein eigenes Urteil bilden, ob es angebracht erscheint, diese Straße als „Schleichweg“ um die Sperre herum zu nutzen.

Für die Kilometerangaben bedanke ich mich bei http://www.openrouteservice.org/ und http://www.openstreetmap.org, genauer, bei all den Freiwilligen, die die Daten und die Software allen im Internet zur Verfügung stellen.

Bahnausbau Mühldorf-Burghausen

In Burghausen und Umgebung werden zur Zeit Kombinationssignale aufgestellt, diese sind mir in Burghausen selbst, am Bahnübergang in Burghausen-Lindach und in Burgkirchen-Pirach aufgefallen. Offensichtlich liegt das daran:

http://bauarbeiten.bahn.de/docs/2010/bayern/infos/940_942_944_945_946_bis07112010.pdf

Die Bahn baut in Burghausen ein elektronisches Stellwerk (ESTW), und offensichtlich, so viel kann ich nur vermuten, wird der ehemalige Bahnhof Pirach von dort aus mitbetrieben. Der ehemalige Bahnhof Pirach hat zwei Gleise auf der ansonsten eingleisigen und nicht elektrifizierten Strecke und erlaubt damit Zugkreuzungen und -überholungen, wenn letzteres auch vermutlich äußerst selten vorkommt.

In Burghausen besteht derzeit bereits ein „elektrisches“ Stellwerk, vermutlich ein Relaisstellwerk. In Pirach besteht dagegen ein mechanisches Stellwerk mit den guten alten Stellhebelbänken, möglicherweise sogar ein Kurbelwerk aus den Zeiten der k. bay. Sts. B., dann läge das Alter wohl bei über 100 Jahren. Zumindest hier werden Museumsstücke durch zeitgemäße Technik ersetzt, und das sicher zugige und im Winter schlecht beheizte Stellwerk in Pirach fällt weg, je nach Plan der Bahn aber auch die eine oder andere Planstelle für die Stellwerkswärter bzw. Fahrdienstleiter, die dort gebraucht wurden.

Es ist zu hoffen, dass über die reine Rationalisierung hinaus auch noch ein messbarer Effekt für die Strecke eintritt, denn diese muss einen ganz erheblichen Güterverkehr bewältigen, die Zufuhr von Rohstoffen und die Auslieferungen von Produkten der in Burghausen ansässigen Industrie. Die Entlastung, die das für unsere Straßen bedeutet, ist nicht hoch genug einzuschätzen. Führe dieser Güterverkehr auch noch über unsere Straßen, bedeutete das noch mehr LKWs, die uns in den Orten buchstäblich vor der Nase und den Füßen vorbeifahren. Die Fernstraßen führen oft genug direkt durch die Ortschaften, als Beispiel nenne ich hier nur die Bundesstraße B20.

Überaus wünschenswert wäre darüberhinaus eine Ausweitung des Personenzugverkehrs, vor allem in die späten Abendstunden. Der letzte Zug kommt in Burghausen bereits um 22.26 Uhr an, das bedeutet: Lezte Abfahrt in München Hbf um 20.08 Uhr. Das reicht für die bedeutende Gruppe der Bahnpendler auch dann, wenn man zentrumsnah noch was einkauft, aber bei weiteren Fahrten oder späteren Flügen kann das schon knapp werden. Abendaktivitäten in München sind mit der Bahn aber nicht drin. Das bedeutet, wenn man sie trotzdem wahrnehmen und eine Übernachtung in München vermeiden möchte, unangenehme und, bei stärker fortgeschrittener Müdigkeit, gefährliche Nacht-Autofahrten beispielsweise ab Mühldorf. Alles schon gemacht.

Fazit: Jede Maßnahme, die die Bahn in unserer Region leistungsfähiger und robuster macht, ist willkommen. Angesichts der Herausforderungen, die an derart stark befahrene Strecken wie München-Mühldorf-Burghausen gestellt werden, ist dieses ESTW höchstens der Tropfen auf den heißen Stein. Im Sinne unserer Region muß noch viel mehr kommen: Doppelgleisigkeit München-Mühldorf-Tüßling durchgehend, lange Begenungsabschnitte, zumindest mal einer, zwischen Tüßling und Burghausen, und Elektrifizierung!